Annerose Gundlich

Garten- und Landschaftsarchitektur

Keltisch-Germanischer Baum Kalender

Im keltisch-sächsischen Kulturgebiet wurde der Jahreslauf des Mondes in 13 Zyklen aufgeteilt und bestimmten Baumarten zugewiesen. Die nachfolgend aufgelisteten Bäume entsprechen der dreizehnfachen Unterteilung des Horizontes und dem Dreizehn-Monats-Zyklus des Mondes:

 

Birke 24. Dezember bis 20. Januar daraus wurden Wiegen gebaut; Maibäume für die Liebste wurden aufgestellt; Sinnbild für das Schöpferische

Eberesche

21. Januar bis 17. Februar daraus wurden Hexen- und Zauberstäbe gefertigt; die Ruten eignen sich für die Metallsuche Sinnbild für das Feingefühl
Esche 18. Februar bis 17. März daraus wurden Zaunpfähle, Waffengriffe und Spiralstäbe für die Zauberer hergestellt Sinnbild für den Ehrgeiz
Erle 18. März bis 14. April daraus wurden Pfosten für Fundamente hergestellt  
Weide 15. april bis 12. Mai daraus wurden Strohdachbefestigungen und Palisadenzäune gemacht  
Weißdorn 13. Mai bis 09. Juni er wurde zur "Heiligen Einfriedung" von Grabstättten verwendet  
Eiche 10. Juni bis 07. Juli sie gilt als Symbol für Kraft,Stärke und Sieg; aus ihr wurden/ werden Türen und Türpfosten hergestellt Sinnbild für eine robuste Natur
Stechpalme 08. Juli bis 04. August daraus wurden heilige Stäbe und Schlafkeulen hergestellt  
Hasel  05. August bis 01. September sie ist ein Schutzbaum für Jungvermählte Sinnbild für das Außergewöhnliche
Efeu 02. bis 30. September aus ihm wird ein Tempel der Freunschaft gepflanzt  
Eibe 30. Sept. bis 27. Oktober sie ist die Hüterin der Zeit - ein übersinnlicher Weltenbaum; das Sinnbild für Tod und Widergeburt  
Espe  28. Okt. bis 24. November Herbstbaum Sinnbild für das Geheimnisvolle
Holunder 25. Nov. bis 22. Dezember Hexenbaum; zauberische Anwendung nur außerhalb des Hauses  
  23. Dezember gilt als der Tag zwischen den Jahren und ist keine Baumart zugeordnet  

Philosophisches

Lebensrhythmus

Ein Mensch kommt zart und nachgiebig zur Welt.
Bei seinem Tod ist er hart und starr.

Grüne Pflanzen sind weich und voller Lebenssaft.
Bei ihrem Tod sind sie verdorrt und trocken.

Daher ist das Starre und Unbeugsame der Schüler des Todes.
Das Weiche und Nachgiebige ist der Schüler des Lebens.

So gewinnt eine Armee ohne Flexibilität niemals eine Schlacht.
Ein Baum, der unbiegsam ist, wird leicht gebrochen.
Das Harte und Starke wird vergehen.

Das Weiche und Schwache wird fortdauern.

(Lao Tse)