Annerose Gundlich

Garten- und Landschaftsarchitektur

Hexen und Kräuter

Schon seit dem Altertum haben sich Menschen (meist Frauen) mit den Pflanzen beschäftigt.

Nicht nur das Aussehen, die Ansprüche an Boden, Licht und Nährstoffen und die Vermehrung und Verbreitung der Pflanzen wurden untersucht und dokumentiert.

Von Interesse waren stets auch die Wirkungen die die Pflanzen auslösen.

In besonderem Maße wird das Wissen um die Wirkungen der Pflanzen den „Hexen“ zugesprochen. Der Begriff „Hexe“ stammt aus dem althochdeutschen „hazussa“, „hagazussa“. In diesen Worten sind die Begriffe „Zaun“, „Hecke“, „Gehege“, „böser/ guter Geist“, „Geist“ und „Seele“ enthalten. „Hexen“ waren Wesen mit heilenden Fähigkeiten und hohem Wissen, die zwischen dem Diesseits und Jenseits vermittelt haben.

Die „modernen Hexen“ versuchen das alte, überlieferte Wissen um die Wirkungen der Pflanzen öffentlich zu machen und nennen sich meist „Kräuterhexen“.

Viele der überlieferten Heilwirkungen der Pflanzen konnten mittlerweile auch durch wissenschaftliche Studien bewiesen werden. Medikamente auf pflanzlicher Basis, Homöopathie, u.a. sind direkte Anwendungen von Pflanzen zu Heilzwecken.

Petersilie

Eine allgemein bekannte Pflanze, ein "Küchenkraut" und „Heilkraut“, ist unter anderem die:

Petersilie, Bittersilche, Peterling, Silk
botanischer Name: Petroselinum crispum


Das zweijährige Küchenkraut wird 30 bis 60 cm hoch, hat glatte bis krause Blätter und gelbgrüne Doldenblüten im 2. Standjahr. Die Aussaat braucht manchmal mehrere (bis zu 7) Wochen, bis sie keimt.

Es gibt Blattpetersilie (Schnittpetersilie), Krause Petersilie (wie Blattpetersilie jedoch sind die Blätter tiefer eingeschnitten und gekraust) und Wurzelpetersilie (P. tuberosus), bei der die Pfahlwurzel zu einer essbaren Knolle verdickt ist.

Der natürliche Fundort ist das östliche Mittelmeergebiet. Petersilie wächst auf der ganzen Welt und wird bei uns seit dem 9. Jahrhundert angebaut. Sie liebt Halbschatten und normale Gartenböden


Die Heil-/ Gift-wirkung der Petersilie ist seit der Frühzeit bekannt. Sie wirkt appetitanregend, harntreibend (zur Durchspülung von Nierengries) und regt die Periode an (Petersilie wurde früher als Verhütungsmittel verwendet)

In der Küche werden die Petersilienblätter als Universalgewürz in Salaten verwendet. Die Wurzel würzt vor allem Suppen und Fleischgerichte.

Maikraut - Waldmeister

Waldmeister - Gallium odoratum

Standort:
Mitteleuropa,
vorwiegend in Buchen-Mischwäldern;
nährstoffreiche, frische, lockere Böden; Halbschatten
im Bild zusammen mit Walderdbeere und Akelei

Wuchs:
Bodendecker, 10 bis 3

0 cm hoch, ausdauernd, Stengel 3-kantig, Blätter in Quirlen zu 6 bis 9; Blüten weiß April bis Juni, Frucht aus 2 kugeligen Fruchtblättern gebildet, Wurzel-stock dünn, kriechend

Besonderheit:
angenehmer Geruch/ Geschmack; Stengel vor der Blüte ernten (sonst bitterer Ge-schmack)
Bei bevorstehendem Regen duftet die Pflanze besonders intensiv!

Verwendung:
Stengel kopfüber an trockener, dunkler Stelle aufhängen und trocknen;
Waldmeister wird zu Likör, Magenbitter oder Tee verarbeitet;
der Geschmack ist beliebt in Wackelpudding und als Eissorte

Inhaltstoffe:  
Curmarin (Achtung kann Kopfschmerzen und Schwindel erzeugen), Vitamin C in den Blättern

Rezept:
Maibowle:
1 Bund (ca. 7 Stiele) getrockneter Waldmeister zusammenbinden und kopfüber in ein Gefäß mit 1 l herben Weißwein ca. 20 Minuten ziehen lassen; Bündel entnehmen, Wein mit 1 Flasche Sekt auffüllen und mit Zucker abschmecken, gekühlt servieren - Zum Wohl